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26.04.09: "Spiritualität des Westens und des ..."
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26. April 2009, 11 Uhr, Zeughaus Neuss „Spiritualität des Westens und des Ostens“
Frank Martin Passacaglia Uros Krek „Inventiones Ferales“ für Violine und Streicher Arvo Pärt Fratres für Violine, Streicher und Schlagzeug Arthur Honegger Sinfonie Nr. 2 Leitung Lavard Skou-Larsen Violine Wonji Kim-Ozim
Der gebürtige Genfer Frank Martin gehört zu den Altmeistern der Moderne. Martin schaffte es, mit Schönbergs Zwölftontechnik wundersam kontrapunktische Musik im Geiste Bachs zu komponieren und dabei auch die französische Klangsensibilität nicht zu vergessen. Die Passacaglia, ursprünglich ein Orgelwerk, ist ein Paradebeispiel für diesen unverwechselbaren Personalstil. Die alte Form der vom unveränderten Generalbass begleiteten Variationen wird mit neuem Glanz erfüllt. Das Stück entstand 1944 und ist auch ein Gegenentwurf zum Grauen seiner Zeit. Komponisten aus kleinen Ländern mit ebenso „kleinen“ Sprachen haben es oft besonders schwer, da es ihnen an feuilletonistischer Resonanz fehlt. Noch dazu, wenn sie die jeweils neueste Avantgarde nicht mitmachen und sich gar als Erforscher des Volksgutes ihrer Heimat betätigen. Damit ist wohl zu erklären, warum Uros˘ Krek außerhalb Sloweniens, wo er als der größte moderne Komponist der Nation gilt, kaum bekannt geworden ist. Das scheint sich in letzter Zeit zu ändern. Das Diktat der Moderne gilt nicht mehr und siehe da, ein Komponist wie Krek, der aus dem Volkslied, der klassisch-romantischen Tradition und der gemäßigten Moderne Eigenes gewinnen kann, kommt beim Publikum blendend an. Das Violinkonzert „Inventiones Ferales“ wird viel gespielt, obwohl die Thematik des Werks traurig ist. Aber die tödlichen Inventionen sind immer mitten im Leben. „Verweile, versenke dich in die Sekunde, halte sie fest und lebe wie in einer Ewigkeit in ihr“. Oft genügt ihm ein einziger Ton: Arvo Pärt, dem Mystiker der Einfachheit, dem Magier des Raumklangs, dem Meister der hell-dunkeln, schlichten und gleichsam von innen leuchtenden Spiritualität des Ostens. Auch Pärt kommt aus einem kleinen Land, aus Estland, aber seine aufrechte Gegenposition zur Kunstdoktrin der Sowjetunion und sein die Tonalität praktisch neu erfindender Stil haben ihm früh internationale Anerkennung gebracht. Pärt zählt zu den bedeutendsten Komponisten religiöser Musik unserer Zeit; auch seine weltlichen Werke haben stets geistlichen Charakter. Wie das in vielen Fassungen erfolgreiche Stück „Fratres“: ein eindringlicher Gesang von der Ewigkeit. Arthur Honegger, Schweizer von Geblüt und Franzose von Geburt, war Kosmopolit und vielsprachig. Er wollte immer Musik schreiben, „dem Hörer verständlich und doch vom Banalen frei“, was ihm perfekt gelungen ist, und darin „meine Gedanken ausdrücken - und vielleicht, ohne dass ich mir ihrer selbst ganz bewusst bin.“ Musik am Puls der Zeit, ohne ihr nachzulaufen. Die 2. Sinfonie, komponiert unter dem Eindruck des 2. Weltkriegs und 1942 in Zürich uraufgeführt, erschien Honegger selber „ziemlich düster, stellenweise ein wenig verzweifelt.“ Die Ergriffenheit habe sich ihm „ganz natürlich aufgedrängt.“ Ergriffenheit, die sich in zeitloser Weise mitteilt.
Herausgeber der Presseinformation: Deutsche KammerAkademie Neuss
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