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14.07.05: Barrierefrei beim Weltjugendtag

Weltjugendtag soll behindertenfreundlich werden

Bisher Anmeldungen von rund 1.400 Pilgern mit Behinderungen

Auf der gestrigen Pressekonferenz des Weltjugendtagsbüros betonte Prälat Dr. Heiner Koch, Generalsekretär des XX. Weltjugendtages, noch einmal, daß der würdige Umgang mit Behinderten ein zentrales Anliegen des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. gewesen ist. Und Pressesprecher Matthias Kopp fügte hinzu, daß auch der "neue" Papst Benedikt XVI. sich freue, daß Jugendliche mit Behinderungen an diesem großen Ereignis teilnehmen werden.

Um Nicht-Behinderten und Behinderten gleichermaßen die Teilnahme an allen Veranstaltungen des Weltjugendtags zu ermöglichen, bedurfte es bereits im Vorfeld vielfältiger Vorbereitungen und der Einsetzung einer Behindertenbeauftragten in der Person von Simone Bell-D'Avis. Dazu wurde ein Projekthandbuch "Weltjugendtag und Barrierefreieheit" erstellt, dessen bisherige Einzigartigkeit auch Karl-Hermann Haack, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, bestätigte. In seiner Vertretung nahm gestern Helga Kühn-Mengel, die Bundespatientenbeauftragte ein Exemplar des Buches entgegen.

Konkret sehen die Planungen vor, daß die Organisatoren zehn Servicepoints und fünf Servicecenter (je eins auf dem Marienfeld, eins in Düsseldorf, eins in Bonn und zwei in Köln, auf dem Neumarkt und im Bereich der Messe) errichten werden, wo umfassende Hilfeleistungen angeboten werden. Diese gehen, je nach Größe der Servicestelle vom Abrufen von Fahrdiensten bis zu behindertengerechten Toiletten und Rollstuhlreparatur-Services. Zudem sollen dort 1.000 Ehrenamtliche ihre Hilfe anbieten bei allen sich vorzustellenden Belangen. Laut der Organisatoren wird niemand einen dieser Servicepunkte verlassen, ohne daß ihm geholfen wurde.

Bis zum gestrigen Tag hatten sich 1.406 behinderte Menschen für den Weltjugendtag angemeldet. Darunter waren 880 Rollstuhlfahrer, 429 Gehbehinderte, 498 geistig behinderte Menschen, 115 Gehörlose, 75 Blinde und 78 Sehbehinderte aus Ländern wie Mali, Kolumbien, Italien und Frankreich. Es wird jedoch erwartet, daß diese Zahl von nun an noch stetig steigen wird.

Zudem wird es "Sternstunden" für Menschen mit und ohne Behinderung geben. Speziell für Menschen mit geistiger und/oder schwerstmerhrfacher Behinderung ist das Programm in der Kölnmesse entwickelt worden. Dort wird mit allen Sinnen gearbeitet und eine einfache Sprache gesprochen.

Gehörlose aus aller Welt treffen sich im Begegnungszentrum "Deaf meets Deaf". Der Jugendgebärdenchor St. Georg Köln wird bei der Eröffnungs- und Abschlußfeier und im Rahmen des Welcome-Festivals! auftreten.



 


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