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10.06.06: Brandauer liest Mozart
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 Foto: Astrid Krüger
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Brandauer liest Mozart
kultureller Hochgenuß in der Kölner Oper
Auch wenn die ganze Welt (fast) nur noch von Fußball spricht, gibt es auch noch andere kulturelle Ereignisse über die es sich zu berichten lohnt. Eins davon ist mit Sicherheit der Auftritt von Klaus Maria Brandauer in der praktisch ausverkauften Kölner Oper.
Dort las der Schauspieler rund eine Stunde lang den "literarisch-musikalischen Geburtstagsgruß" an Wolfgang Amadeus Mozart. Begleitet wurde er dabei von der Cellistin Maria Magdalena Wiesmaier.
Der Erzähler der Briefe, die Brandauer rezidiert, ist Josef Nepomuk Bullinger, Freund der Familie Mozart. Er schildert den Abschied Mozarts aus Salzburg, dessen Reisen mit seiner Mutter an die Höfe kurfürstlicher Herrschaften in München, Augsburg und Mannheim. Mit dieser Reise hegt der Musiker den Wunsch nach einer festen Anstellung, die doch immer wieder enttäuscht wird.
Doch dafür entflammt Mozarts Herz für seine Base oder aber auch für Aloisia Weber, die letztendlich dann doch nichts mehr von ihm wissen will. Und weiter reist Mozart nach Paris, wo tragischerweise seine Mutter verstirbt und es zu seiner Pflicht wird, dies dem zurückgebliebenen und immer wieder auf Rückkehr drängenden Vater, schonend beizubringen.
So variieren die Briefe stark in ihrem Ton. Mal sind sie lustig erheiternd, mal von Trauer erfüllt, dann wieder übermütig begeistert. Brandauer schafft es meisterlich die Tonlagen genau zu treffen, dem Publikum die jeweilige Gemütslage Mozarts treffend zu präsentieren und es einzubeziehen und teilhaben zu lassen an dieser Reise des großen Musikers.
Brandauer ist dabei mühelos in der Lage die Klangfarben der großen, genau so wie die der kleinen Emotionen, vorzüglich zu treffen. Dabei begegnet er genau dem Wunsch des Publikums. Und das honoriert diesen Auftritt mit minutenlangem Beifall am Ende der Vorstellung und forderte dabei auch noch eine kleine, aber sehr feine Zugabe heraus.
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