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08.05.05: 60 Jahre Kriegsende in Köln
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Aprilscherz verhalf Gürzenich zu schnellem Wiederaufbau
Kölner Dreigestirn machte erfundene Geschichte wahr
Einen bunten Reigen durch das Köln der Nachkriegszeit boten die Bläck Fööss und ihre Gäste am vergangenen Sonntag im Gürzenich. In Kooperation mit dem WDR und mit KölnKongress als Veranstalter erlebten die Zuschauer vor ausverkauftem Haus einen Streifzug durch die Melancholischen, aber manchmal auch durchwegs heiteren Seiten des Kölschen Liedguts von so bekannten Autoren wie Gerhard Jussenhoven, Jupp Schmitz, Jupp Schlösser und Karl Berbuer.
Moderator und Brauchtumsforscher Reinhold Louis, der selbst als Fünfjähriger zurück nach Köln kehrte, erläuterte die Hintergründe der einzelnen Lieder. Da ist beispielsweise der "Trizonesien-Song", dessen Entstehung aus der Tatsache beruht, daß Amerikaner, Engländer und Franzosen das besetzte Deutschland in drei Zonen eingeteilt haben. Oder "D'r Molli" - Sinnbild dafür, daß niemand mehr unterdrückt werden will, niemand mehr möchte, daß mit einem "der Molli gemacht" wird.
"Op de Trepp vum ahle Gürzenich", das den Wiederaufbau des Gürzenich zum Inhalt hat, hat einen kuriosen Hintergrund. Am 1. April 1949 veröffentlichte eine Zeitung als Aprilscherz, daß an diesem Tage das Kölner Dreigestirn um 11.00 Uhr mit der Entschuttung des Gürzenichs beginnen würde. Theo Röhring, erster Nachkriegsprinz, las den Artikel und fand sich spontan mit Bauer und Jungfrau zum angegebenen Zeitpunkt ein, was eine ungeahnte Hilfsmaßnahme für diese würdige Gebäude in Köln auslöste, so daß es bereits 1955 feierlich wiedereröffnet werden konnte.
Doch auch Zeitzeugen waren geladen. Hartmut Priess von den Bläck Fööss erzählte, wie er als Neunjähriger, 1951, nach Köln kam und sein Heimweh nach Berlin bekämpfte. Hans Hachenberg mußte mit den Tränen kämpfen, als er darüber berichtete, daß er, 1946 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, am Hauptbahnhof ankam, just in dem Moment als die Glocken des Kölner Doms läuteten.
Agy Hartfeld, Schwester der berühmten Trude Herr, berichtete vom Zufall, der sie, als LKW-Fahrerin im Nachkriegs-Köln, ausgerechnet in Kontakt mit der Familie brachte, deren Wohnung sie bewohnte. Auch der Maler Raffael Becker und der Architekt Hans Schilling kamen zu Wort.
Und zwischendurch immer wieder die schönsten Titel des kölschen Nachkriegs-Liedergutes von "Usjebomb" und "Das Kartoffellied" über "O Mosella", "Et Päckche us Amerika" bis hin zu "Dat Glockespill vum Rothuusturm" und ""Nüngzehnhundert Johr steiht uns Kölle am Rhing". Unterstützt an diesem Tag wurden die Bläck Fööss von Musikern des Martin Dopke-Orchesters Zum feierlichen Finale mit "Unser Stammbaum" und "Am Dom zo Kölle" kam dann auch noch der Chor der GHS Großer Griechenmarkt auf die Bühne. Den Abschluß bildete ein kleines Schauspiel der Hauptschule Bülowstraße mit "Kölle mih Kölle".
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| Usjebomb - Zeitrevue im Gürzenich
Anmoderation Gisbert Baltes
Moderation Reinhold Louis - Alenka Sodec
Bläck Fööss
Zeitzeugen Hartmut Priess - Raffael Becker
Zeitzeugen Agy Hartfeld - Hans Hachenberg
Zeitzeugen Käthe Heil - Hans Schilling
King Size Dick
GHS Großer Griechenmarkt - Hauptschule Bülowstraße
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 Fotos: Astrid Krüger
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ab 08.05.05: Kiwis Maifestspiele | 08.05.05: Familje Festiväl'che und Musik
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