 |
|
 |
 |
 |
 |
Dionysos-Mosaik restauriert
|
|
|
Dionysos-Mosaik restauriert Kunstwerk aus der Römerzeit wieder uneingeschränkt zu betrachten
Die Restaurierungsarbeiten an dem Dionysos-Mosaik sind erfolgreich beendet worden. Laut Professor Dr. Hansgerd Hellenkemper, Direktor des Römisch-Germanischen Museums der Stadt Köln, gelang es den deutschen und italienischen Fachleuten, die alte Farbigkeit und Strahlkraft des Bodenkunstwerks wieder herzustellen: „Der ‚Patient’ kann die Intensivstation verlassen, bleibt aber unter Beobachtung, ob nicht noch kleinere Nacharbeiten nötig sind.“
Das Mosaik aus der Zeit des römischen Köln hatte am 18. Januar 2007 durch den Orkan Kyrill schwere Schäden davongetragen. Holzbohlen und Sperrholzplatten waren vom Sturm losgerissen, über den Roncalliplatz in Fenster des Museums geweht worden und auf den fast 2000 Jahre alten Bodenbelag gefallen. Die Folge: Schürfspuren und Kratzer an rund 120 Stellen – ein Schaden in siebenstelliger Höhe. Jeder der rund 1,5 Millionen Steine des 70 Quadratmeter großen Mosaiks musste daraufhin in mühevoller und monatelanger Kleinarbeit überprüft werden. Die zerstörten Museumsfenster bekamen ein noch stabileres Sicherheitsglas als vorher.
Die letzte Etappe der Ausbesserungsarbeiten – in Fachkreisen „Kampagne“ genannt – endete am gestrigen Freitag. Restauratoren und Diplomanden der Fachhochschule Erfurt und des wohl weltbesten Institutes zur Restaurierung von Mosaiken und Wandmalereien – des „Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro“ des italienischen Ministeriums für Kulturgüter – waren beteiligt. Das italienische Institut war auch schon bei der Bergung des Mosaiks vor 50 Jahren dabei. „Für sie war das Ehrensache, bei dieser Restaurierung wieder mit von der Partie zu sein“, lobte Prof. Hellenkemper das Engagement der Spezialisten aus Italien.
Von morgen an, Samstag 19. Juli 2008, ist das Mosaik wieder für die Museumsbesucher uneingeschränkt zu betrachten. Am Montagvormittag wird der antike Bodenbelag zwar noch einmal für mehrere Stunden mit Styropor als Schutz abgedeckt, weil Lampen über dem Mosaik ausgetauscht werden. Die Arbeiten sind aber bis zum Dienstag abgeschlossen, wenn das Museum in der kommenden Woche wieder öffnet.
Doch eines steht noch aus, so Museumsdirektor Hellenkemper: „Dionysos ist durstig! Voraussichtlich im Oktober oder November wollen wir die Kölnerinnen und Kölner zu einem Umtrunk einladen, um die Wiederherstellung unseres Kunstschatzes gebührend zu feiern.“
Das Dionysos-Mosaik hatte ein reicher und mächtiger Römer in Köln um 220-230 n. Chr. im Speisesaal anlegen lassen. Das Grundstück, auf dem seine Villa mit den 20 Zimmern stand, war eines der teuersten in der damaligen Zeit gewesen. Vermutlich im Dezember des Jahres 355 n. Chr. brannte das Haus beim Sturm der Franken auf das römische Köln nieder.
Eines der 32 Bildmotive des Mosaiks zeigt den betrunkenen und von einem Satyr gestützten Weingott Dionysos – daher der Name „Dionysos-Mosaik“. Das Bodenkunstwerk war 1941 bei Bauarbeiten für einen Luftschutzbunker neben dem Kölner Dom gefunden worden. Um diesen kostbaren Fund herum baute man später das Römisch-Germanische Museum, das damit auf den Mauern der römischen Stadtvilla entstand. In der nachrömischen Zeit wurde nur noch einmal auf dem Dionysos-Mosaik gespeist: Während des Weltwirtschaftsgipfels 1999 in Köln kamen die führenden Regierungschefs der Welt hier zu einem festlichen Essen zusammen.
Herausgeber der Presseinformation: Stadt Köln
|
Nach oben
|
Das RTL-Programm 2008/2009: | Eine Stunde Römische Funde,
|
|