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Familienforschung
Wie fange ich an?
Familie:
In vielen Haushalten befindet sich irgendwo ein alter Schuhkarton oder eine alte Zigarrenkiste, in denen sich kostbare Schätze verbergen. Bilder, Schriftstücke aus einer längst vergangenen Zeit, die uns zufällig, vielleicht aber auch bewußt, in die Hände fallen und unser Interesse für eine längst vergangene Zeit wecken. Dunkel erinnern wir uns dann an Geschichten, die uns Oma und Oma oder die Eltern früher erzählt haben und wir beginnen zu forschen und zu recherchieren.
Die Anfänge finden sich meist in der näheren Familie. Wir können Eltern, vielleicht auch Großeltern oder Geschwister befragen. Es gibt Stammbücher, manchmal sind auch noch Ahnenpässe vorhanden, die es uns ermöglichen eine erste Aufstellung über die nächsten Verwandten zu erstellen. Vielleicht hat auch schon einmal ein Familienmitglied geforscht und ist bereit, uns seine Daten zu übermitteln. Doch irgendwann ist das Ende erreicht, wir kommen mit diesen Unterlagen nicht mehr weiter und müssen unseren Bereich vergrößern.
System in die Suche bringen:
Eins sollten wir, bevor wir weitere Daten einholen, jedoch nicht vergessen: System in die bereits gesammelten Schätze zu bringen. Es ist wichtig und unerläßlich, sich bei allen Forschungen, egal ob im Familienkreis oder bei Ämtern und Behörden, die wichtigsten Punkte der geführten Gespräche zu notieren und systematisch zu ordnen. Dabei sind nicht nur die nackten Daten und Fakten von Wichtigkeit, auch manches kleine Erlebnis kann später einmal für die Forschungen von Nutzen sein. Außerdem ermöglicht diese Methode bei Unklarheiten später noch einmal nachzuhaken.
Im Internet gibt es diverse Ahnenprogramme, die helfen können, den Überblick zu bewahren und das Einholen von doppelten Einkünften zu vermeiden. Manch einer bevorzugt die Papierform. Auch das ist ohne weiteres möglich. Wichtig ist nur, daß alles irgendwo schriftlich niedergelegt ist.
Ämter und Behörden:
Hat man die Befragung von Verwandten soweit abgeschlossen, kann man sich in einem nächsten Schritt an Standes- und/oder Pfarrämter wenden, um seine Forschungen zu vervollständigen und genauere Daten zu einzelnen Personen einzuholen.
Dazu sollte man wissen, daß die Einführung der Standesämter in Deutschland zu unterschiedlichen Zeiten erfolgte. Im Rheinland, welches zeitweise zum französischen Kaiserreich gehörte, wurde es bereits 1796 eingeführt, in Bremen 1811 ein Zivilstandswesen, bevor 1876 Standesämter folgten, im übrigen deutschen Reich ab 1874/1875 (in Schlesien z.B. ab Herbst 1874). Unterlagen aus der Zeit davor sind in den Kirchenbüchern der jeweiligen Gemeinden zu finden.
Alternativ besteht die Möglichkeit in ein Archiv zu fahren (bspw. das Personenstandsarchiv in Brühl) und dort die jeweiligen Bücher selbst zu durchforsten.
Beachten muß man hierbei jedoch den bestehenden Datenschutz. Im Personenstandsarchiv bspw. sind lediglich die Bücher vor 1875 zur eigenen Einsicht freigegeben. Bei allen Personen, die nach 1875 gesucht werden, muß ein schriftlicher Nachforschungsantrag gestellt werden.
Doch egal ob hier, bei Standesämtern oder Kirchengemeinden, gilt es doch grundsätzlich ein berechtigtes Interesse nachzuweisen, bevor eine Auskunft erteilt wird. Die Erforschung der eigenen Vorfahren gilt dabei als solches, muß aber belegt werden. Nähere Auskunft zu den Unterlagen, die verlangt werden, erteilen dabei die Ämter, Behörden, Kirchengemeinden oder Archive direkt, ebenso zu den Kosten, die auf den Forscher zukommen und vorab angefragt werden sollten.
Im heutigen Zeitalter der elektronischen Medien ist es durchaus möglich einen Nachforschungsantrag per Email zu stellen, doch verlangen die Institutionen vor Herausgabe von (beglaubigten) Kopien zumeist einen Brief oder ein Fax (handschriftliche Unterschrift ist dabei wichtig!), auf dem das Anliegen noch einmal geschildert werden soll.
Ein Anruf beim Standesamt, im Archiv oder im Pfarrbüro sollte übrigens immer vorab getätigt werden, um zu klären, ob die gesuchten Bücher sich überhaupt dort befinden oder eventuell woanders aufgewahrt werden. So werden beiden Seiten Kosten und Mühen bereits im Vorfeld erspart.
Muster für Schreiben in verschiedenen Sprachen finden Sie hier: Briefvorlagen an Archive, Standesämter und Kirchen in zwölf Sprachen
Wie geht es weiter?
Halten Sie eine Geburtsurkunde in Händen, sind von dort wieder Rückschlüsse auf die Eltern und eventuell deren Wohnort, Beruf und das Alter zu diesem Zeitpunkt. In Heiratsurkunden finden sich häufig Hinweise auf die kompletten Namen, Geburts- und Wohnorte nicht nur des Brautpaars, sondern auch der jeweiligen Elternteile.
Dort finden sich dann auch die Hinweise wie es mit der Forschung weitergehen kann und so kann sich jeder Stück für Stück weiter in seine eigene Vergangenheit graben.
Hilfe von anderen Forschern:
In Gemeinschaft forscht es sich leichter. Manchmal biete Volkshochschulen Kurse über die Grundlagen der Familienforschung an. Außerdem gibt es im Internet viele Mailinglisten zu einzelnen Forschungsgebieten, bei denen Sie sich anmelden können, um mit Forscherkollegen Tips und Hinweise auszutauschen.
Eine Übersicht zu den Mailinglisten gibt es z.B. hier: Übersicht der WGFF über Mailinglisten
Internet:
Im Internet gibt es eine Vielzahl von genealogischen Homepages, Datenbanken und Foren, in denen Sie Unterstützung für Ihre Suche nach den Wurzeln ihrer Familie finden.
Eine Übersicht über hilfreiche Links gibt es hier.
Hintergrundinfo:
Lesen Sie Bücher über genealogische Themen, über die Landschaften, aus denen Ihre Familienmitglieder stammen. Machen Sie sich so ein genaueres Bild über die damaligen Lebensumstände.
Professionelle Ahnenforschung:
Viele Berufsgenealogen bieten ihre Hilfe bei der Erforschung der eigenen Ahnen an. An diese können Sich wenden, wenn Ihnen die Suche vielleicht selbst zu zeitaufwendig ist, es sich um Gebiete handelt, die weit entfernt liegen oder Sie aus sonstigen Gründen diese Arbeit nicht selbst erledigen möchten.
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